590 Apollo
Gemälde
1942Amsterdam
Öl auf Leinwand
69,5 × 89,5 cm
Signatur rechts unten, lateinische und deutsche Schrift: für Quappi Beckmann A 42
Werkaufnahmen (1)
Amsterdam 1941 (im Krieg) 17. Dec Appollo fertig (Quappi)
Tagebücher
In seinen Tagebüchern erwähnt Max Beckmann das Gemälde am 16. Dezember 1941 und 6. Januar 1942.
Werkverzeichnisse
MB-G 590
Göpel/Göpel 1976: 590
Reifenberg / Hausenstein: 487 (Apollo; 1941)
Englische Titel
Apollo / Dream in the caves (genius) / Genius in the caves
Provenienz
Atelier Max Beckmann
Mathilde Q. Beckmann (Geschenk des Künstlers)
London, Marie-Louise von Motesiczky
LONDON Marie-Louise von Motesiczky Charitable Trust
ROTTERDAM Museum Boijmans Van Beuningen (seit Dez 2020)
Quellen
GÖPEL ERHARD / GÖPEL BARBARA 1976
MBA MB Nachlässe - MQB Tagebücher: Book 9, 22. Aug 1945 bis 26. Aug 1947, letzte Seite von 1945, »Mein Eigentum:«
Angaben von LONDON Marie-Louise von Motesiczky Charitable Trust
Universum Max Beckmann
Einzelausstellung
DEN HAAG Kunstmuseum 2024
Beckmann: Exile Figures
Einzelausstellung, Wanderausstellung
MADRID Museo Thyssen-Bornemisza 2018 / 2019
Max Beckmann. Welttheater
Einzelausstellung, Wanderausstellung
BREMEN Kunsthalle 2017 / 2018
Max Beckmann. Von Angesicht zu Angesicht
Einzelausstellung
LEIPZIG Museum der bildenden Künste 2011 / 2012
Marie-Louise Motesiczky – Paradise Lost & Found
Gruppenausstellung
NEW YORK Galerie St. Etienne 2010
Max Beckmann. Traum des Lebens
Einzelausstellung, Wanderausstellung
BERN Zentrum Paul Klee 2006
Max Beckmann – Ein Reisender
TV-Beitrag
GRAEF 2022
Beckmann: Exile Figures
Ausstellungskatalog
MADRID Museo Thyssen-Bornemisza 2018
Max Beckmann. Welttheater
Ausstellungskatalog
BREMEN Kunsthalle 2017
Max Beckmann. Von Angesicht zu Angesicht
Ausstellungskatalog
LEIPZIG Museum der bildenden Künste 2011
Marie-Louise Motesiczky – Paradise Lost & Found
Ausstellungskatalog
NEW YORK Galerie St. Etienne 2010
Max Beckmann. Traum des Lebens
Ausstellungskatalog
BERN Zentrum Paul Klee 2006
Max Beckmann Briefe. 1937–1950 (Band III)
Eigene Schriften / Brief
BECKMANN MAX 1996
Tagebücher 1940–1950
Eigene Schriften / Tagebuch
BECKMANN MAX 1984g
Mein Leben mit Max Beckmann
Monografie
BECKMANN MQ 1983
Beckmann: Exile Figures
Ausstellungskatalog
MADRID Museo Thyssen-Bornemisza 2018
Max Beckmann. Welttheater
Ausstellungskatalog
BREMEN Kunsthalle 2017
Sujet
Ikonografie
- Absperrkette
- Apollo
- Aufkleber / Etikett
- Champagner
- Champagnerflasche
- Durchgang / Wandöffnung
- Fackel
- Figur / Plastik / Skulptur
- Flügelwesen
- Frau
- Gebäude
- Glasgefäß
- Grotte / Höhle
- Innenraum
- Kerze
- Lichtregie
- Liegen
- Mythologisches Wesen / Phantasiewesen
- Niederlande / Holland
- Schattenwurf
- Spiegelbild
- Straße / Weg
- Tür
- Valkenburg
- Wasserbassin
Farben
Wörtlich zitiert nach Göpel Erhard / Göpel Barbara 1976, S. 359f.:
MQB erinnert sich, dass MB die Darstellung erläuterte: Apollo reitet vorüber. Die liegende Frau sieht sein Spiegelbild auf der Wasserfläche. Das Bild geht auf Eindrücke bei der Besichtigung einer Höhle in Valkenburg (Holland) zurück.
Die Darstellung galt bisher als erfunden. Zu Aufenthalten von MB in Valkenburg siehe Bemerkung zu Nr. 584.
Im Inneren des Caubergs in Valkenburg entstand durch den Abbau des Mergelgesteins seit der Römerzeit ein ausgedehntes Labyrinth aus Gängen und Höhlen. Die «Valkenburger Grotte» (Gemeentegrot), neben kleineren Grotten am Ort eine geologische Besonderheit, dokumentiert Geschichte als Ablauf von Verfolgung und Not. Einbauten und Inschriften bezeugen, dass die Bevölkerung der in vielen Kriegen umkämpften Provinz Limburg seit Jahrhunderten hier Zuflucht suchte. Die Wände sind stellenweise mit neueren Malereien und Reliefs, die aus dem weichen Stein gehoben wurden, meist dilettantisch verziert.
Ein mit der Überwachung der Höhle beauftragter, kenntnisreicher Bürger der Stadt, der ungenannt bleiben möchte, interessierte sich im Gespräch (1970) für die Aufenthalte Beckmanns in Valkenburg und für die danach entstandenen Gemälde. Die Darstellung des vorliegenden Bildes erinnerte ihn an einen abgelegenen Höhlenraum, der bei öffentlichen Führungen nicht gezeigt wird, und er ermöglichte dessen Besichtigung.
Tief im Berg, etwa eine halbe Wegstunde vom Eingang der Höhle entfernt, öffnet sich ein Gang zu einem grossen Raum. Dort errichtete die Champagnerfirma Heidsieck, wohl 1896 zu Werbezwecken, eine an diesem Ort verblüffende Szenerie, die fast unversehrt erhalten ist: Rechts und links zwei etwa vier Meter hohe Champagnerflaschen mit Etiketten der Firma, in der Mitte ein künstlich gespeistes Wasserbecken mit Springbrunnen, dahinter an einer frei stehenden Wand, etwas nach rechts aus der Achse gerückt, ein Relief, eine weibliche Figur auf einem geflügelten Panther. Der Sockel ist beschriftet «Falcoburgia Exelcior» und trägt drei Namen, wohl örtlicher Steinmetzen, mit der Jahreszahl 1896. Hinter dem Relief führen Gänge in die Tiefe der Höhle.
Diese unterirdische Szenerie ist auf dem Bild wiedergegeben. Die Proportionen des Bildraumes entsprechen denen des Höhlenraumes. Siehe Abb. S.I/585 nach einem von Albert Widdershoven 1970 für das Werkverzeichnis aufgenommenen Foto, aus technischen Gründen ohne die zweite Champagnerflasche links.
Die Grotte ist nur mit Fackeln oder Karbidlampen zu besichtigen. Es ist nicht anzunehmen, dass MB in der Höhle zeichnete. MQB sind keine Zeichnungen zu dem Gemälde bekannt.
Die Wochenzeitung Het Land van Valkenburg informierte ihre Leser am 6. Februar (auf der Titelseite) und am 6. März 1970 anhand des Tagebuchs über die Aufenthalte von MB in Valkenburg. Ein Aufruf an Augenzeugen, sich bei der Redaktion zu melden, hatte keinen Erfolg.
Sigle
MB-G 590
URL
https://max-beckmann.org/mb/g/590 [letzter Zugriff: 14.02.2025]